Glossary

Kostenvoranschlag

Also: Kostenanschlag, Kostenschätzung

This term is not available in English yet and is therefore shown in German.

Ein Kostenvoranschlag ist eine fachliche Schätzung der voraussichtlichen Kosten eines Auftrags, die ein Handwerksbetrieb vor Vertragsschluss abgibt. Das BGB nennt ihn Kostenanschlag. Er ist im Zweifel nicht zu vergüten und kein Festpreis, solange der Betrieb keine Gewähr für seine Richtigkeit übernimmt.

Example from the job

Ein SHK-Betrieb schätzt für den Tausch eines undichten Heizkörperventils und das Spülen von zwei Heizkreisen 640 Euro brutto. Beim Öffnen zeigt sich, dass auch die Zuleitung korrodiert ist. Die Kosten steigen absehbar auf rund 1.100 Euro. Der Monteur unterbricht, ruft die Kundin an und schickt ihr die neue Schätzung schriftlich. Sie gibt den Mehraufwand frei. Hätte er ohne Hinweis weitergearbeitet, hätte sie den Vertrag wegen der wesentlichen Überschreitung kündigen können.

Kunden fragen oft nach einem „Kostenvoranschlag“, meinen aber ein Angebot mit festen Preisen. Für dich als Betrieb macht der Unterschied viel aus: bei der Bezahlung der Schätzung, bei der Verbindlichkeit und bei der Frage, was passiert, wenn es teurer wird.

Was ist ein Kostenvoranschlag?

Ein Kostenvoranschlag beziffert, was ein Auftrag voraussichtlich kosten wird. Er beruht auf deiner fachlichen Einschätzung vor Beginn der Arbeit. Das Gesetz verwendet dafür das Wort Kostenanschlag. Wird der Vertrag auf dieser Grundlage geschlossen, schuldet der Kunde am Ende die tatsächlich angefallene Vergütung, nicht automatisch die geschätzte Summe.

Ist ein Kostenvoranschlag kostenlos?

§ 632 Abs. 3 BGB sagt: Ein Kostenanschlag ist im Zweifel nicht zu vergüten. Willst du für den Aufwand Geld, etwa für eine aufwendige Fehlersuche, musst du das vorher mit dem Kunden vereinbaren. Schreib die Vereinbarung auf, bevor du anfängst.

Wie verbindlich ist ein Kostenvoranschlag?

Ein Kostenvoranschlag ist kein Festpreis. Übernimmst du aber ausdrücklich die Gewähr für seine Richtigkeit, bist du an die Summe gebunden. Dann wirkt er wie ein Angebot mit Festpreis.

Ohne diese Gewähr gilt § 649 BGB. Zeigt sich, dass das Werk nur mit einer wesentlichen Überschreitung des Anschlags ausführbar ist, darf der Kunde kündigen. Du bekommst dann nur den Anspruch aus § 645 Abs. 1 BGB: einen der geleisteten Arbeit entsprechenden Teil der Vergütung und Ersatz deiner Auslagen.

Wann musst du eine Überschreitung melden?

Ist eine wesentliche Überschreitung zu erwarten, musst du sie nach § 649 Abs. 2 BGB unverzüglich anzeigen. Eine feste Prozentgrenze für „wesentlich“ nennt das Gesetz nicht. Melde dich deshalb früh, sobald du eine deutliche Abweichung siehst, und lass dir die Freigabe bestätigen.

Was gehört in einen Kostenvoranschlag?

  • die Bezeichnung „Kostenvoranschlag“, damit niemand ihn mit einem Festpreisangebot verwechselt
  • die geschätzten Leistungen und Materialien, möglichst nach Positionen
  • die Annahmen, auf denen die Schätzung beruht, etwa „Zuleitung intakt“
  • Stundensatz und geschätzte Stunden, wenn nach Aufwand abgerechnet wird
  • einen Hinweis, wie du bei Mehrkosten vorgehst

Kostenvoranschlag und Angebot in craftflowOS

Ein Angebot mit Positionen aus deinem Leistungskatalog erstellst du mit Angebot per Foto. Was du als Schätzung und was als verbindlichen Preis verschickst, entscheidest du selbst über die Bezeichnung und den Text. Mehr zum Gewerk findest du unter Sanitär, Heizung, Klima.

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