Glossar

Bautagebuch

Auch: Bautagesbericht, Baustellentagebuch

Ein Bautagebuch ist die fortlaufende, tageweise Dokumentation einer Baustelle mit Wetter, Personal, ausgeführten Arbeiten, Lieferungen, Anordnungen und Behinderungen. Für ausführende Handwerksbetriebe schreibt kein Gesetz es allgemein vor. Es dient vor allem als Beleg bei Nachträgen, Behinderungen, Stundenlohn und Mängeln.

Beispiel aus dem Betrieb

Ein Rohbaubetrieb trägt am 12. März ein: Regen ab 10 Uhr, sechs Mann vor Ort, Bewehrung der Decke über dem Erdgeschoss in Achse A bis C verlegt. Die Betonlieferung ist auf Anordnung der Bauleitung auf den 14. verschoben, die Pläne für das Treppenhaus fehlen weiter. Drei Fotos sind mit ihrer Nummer verknüpft. Als der Auftraggeber später die Verzögerung rügt, belegt der Eintrag die fehlenden Pläne und die Verschiebung durch seine eigene Bauleitung.

Ein Bautagebuch kostet jeden Tag ein paar Minuten. Es zahlt sich aus, wenn Monate später jemand wissen will, was an einem bestimmten Tag auf der Baustelle los war. Dann zählt, was du damals aufgeschrieben hast.

Ist ein Bautagebuch Pflicht?

Für ausführende Betriebe gibt es keine allgemeine gesetzliche Pflicht. Dein Vertrag kann es aber verlangen. Auf Seite des Bauherrn gehört die Dokumentation zur Bauüberwachung. Die HOAI, Anlage 10, nennt in Leistungsphase 8 die „Dokumentation des Bauablaufs (zum Beispiel Bautagebuch)“. Diese Aufgabe hat der Architekt oder Bauleiter des Bauherrn, nicht automatisch du.

Wofür brauchst du ein Bautagebuch?

Viele Ansprüche hängen an Anzeigen und Nachweisen. Das Bautagebuch hält fest, dass und wann du sie abgegeben hast:

  • Behinderung: Nach § 6 Abs. 1 VOB/B zeigst du eine Behinderung unverzüglich schriftlich an. Sonst hast du nur Anspruch auf Berücksichtigung, wenn sie dem Auftraggeber offenkundig bekannt war.
  • Zusatzleistung: Nach § 2 Abs. 6 VOB/B kündigst du den Vergütungsanspruch an, bevor du beginnst.
  • Stundenlohn: § 15 Abs. 3 VOB/B verlangt werktägliche oder wöchentliche Stundenlohnzettel.
  • Bedenken: § 4 Abs. 3 VOB/B verlangt eine unverzügliche schriftliche Mitteilung.
  • Abnahme und Mängel: Der Zustand vor dem Verdecken lässt sich später oft nur noch über Einträge und Fotos zeigen.

Das Bautagebuch ersetzt keine dieser Anzeigen. Es belegt, was geschehen ist, und verweist auf das jeweilige Schreiben.

Was gehört in ein Bautagebuch?

  • Datum, Baustelle, Verfasser
  • Wetter und Temperatur, soweit sie die Arbeit beeinflussen
  • eigenes Personal und Nachunternehmer vor Ort
  • ausgeführte Arbeiten nach Bauteil, Achse oder Raum
  • Lieferungen und eingesetzte Geräte
  • Anordnungen, Änderungen, Behinderungen, Bedenken
  • Besuche, Prüfungen, Unfälle
  • Verweise auf Fotos, Stundenlohnzettel und Protokolle

Wie führst du es im Alltag?

Schreib täglich, auch an Tagen ohne Fortschritt. Ein Eintrag „kein Zugang, Gerüst fehlt“ ist oft der wertvollste. Bleib bei Tatsachen, mit Uhrzeit und Namen. Lass wichtige Einträge von der Bauleitung des Auftraggebers gegenzeichnen.

Mit der Baustellen-Doku diktierst du auf der Baustelle, was gemacht wurde. craftflowOS macht daraus einen Bericht mit Zeitstempel und hängt ihn ans Projekt, auf Wunsch mit Foto. Ein ausführlicher Leitfaden mit Vorlage steht im Artikel Bautagebuch führen. Mehr zum Gewerk findest du unter Bau.

Allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung. Stand: 31. Oktober 2026.

Alle Begriffe

Weniger Büro, mehr Handwerk

craftflowOS übernimmt Angebote, Rechnungen und Papierkram. Trag dich ein und sei von Anfang an dabei.

Cookie-Einstellungen

Wir nutzen Cookies, um die Website zu betreiben, und – nur wenn du zustimmst – Google Analytics 4, um zu verstehen, wie sie genutzt wird. Du kannst deine Auswahl jederzeit im Footer ändern. Mehr dazu in der Datenschutzerklärung und im Impressum.